Feature 1 Minute 27 Juli 2020

„The Izakaya“ in Wachenheim: MICHELIN Stern für pfälzisch-japanische Fusionsküche

Mit seinem ganz speziellen Mix aus heimischer und japanischer Küche hat es „The Izakaya“ im pfälzischen Wachenheim an der Weinstraße direkt mit Stern in den Guide MICHELIN 2020 geschafft.

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Japanisches Kneipen-Konzept auf pfälzisch

Klingt ungewöhnlich? Ist es auch, aber ebenso bemerkenswert und interessant! Die Idee dazu hatte Benjamin Peifer, der im wenige Kilometer entfernten Kallstadt auch das Restaurant „Intense“ betreibt. Mit „Izakaya“ sind in Japan einfache Kneipen gemeint, in denen man sitzt, trinkt und dazu eine Kleinigkeit isst – übrigens die beliebteste japanische Gastronomieform! Dieses Konzept hat Benjamin Peifer im März 2019 in den kleinen Winzerort Wachenheim gebracht und verpasst ihm hier pfälzische Akzente mit sehr persönlicher Note. Mit Küchenchef Yannick Schilli hat er einen wirklich engagierten Mann in seinem Team, das aus hervorragenden regionalen Produkten eine Fusion aus heimischen und japanischen Elementen kreiert, serviert in Form eines modernen „Omakase“-Menüs. „Eine wirklich angenehme Überraschung, wie gut dieser originelle Mix gelingt“ ist da von den Michelin Inspektoren zu hören. Auch von „sehr kontrastreichen Gerichten, die geschmacklich richtig schön in die Tiefe gehen“ ist die Rede. Immer wieder kommt der „Josper“ (eine Kombination aus Grill und Backofen) zum Einsatz, der den Speisen mit tollen Grill-Aromen eine besondere Note verleiht. Es gibt nur ein Menü, getreu dem Motto „‘s werd gesse, was uff de Disch kummt“ (für Nicht-Pfälzer: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“). Das Menü besteht aus fünf Gängen, wobei Sie die Möglichkeit haben, Zusatzgänge zu bestellen.

“‘s werd gesse, was uff de Disch kummt”

Gute Weine zum Essen - und zum Mitnehmen - gibt‘s direkt im Haus

Entsprechend dem Sake-Angebot der japanischen Bars/Kneipen kommt auch in der pfälzischen „Izakaya“-Variante der Wein nicht zu kurz. Aus dem vielfältigen Sortiment bekommt man auch gute glasweise Empfehlungen zu Gerichten wie Antjes Ziegenfrischkäse, gegrillte Spitzpaprika, Rhabarber, Haselnuss und Balsamessig oder Hohenloher Rinderbrust 24h/68°C und geräuchert, Creme aus Baked Beans, Koshihikari und Wasabi-Gurkenpickles. Die Wein-Quelle ist ganz nah: eine direkt ans Restaurant angeschlossene Vinothek namens „Rohstoff“. Sie wird von Weinkenner Johannes Lochner betrieben. Mit dem gelernten Winzer und ehemaligen Kellermeister des Kallstadter Weinguts Koehler-Ruprecht hat Benjamin Peifer den idealen Partner für das gemeinsame „Izakaya“-Projekt gefunden. Natürlich sind hier Weine aus der Pfalz zu haben, aber auch aus anderen Regionen Deutschlands sowie aus Österreich, Frankreich, Italien, Spanien oder Übersee - da nimmt man sich doch gerne etwas mit nach Hause!

Ein paar Worte zum Ambiente

„The Izakaya“ ist ein Restaurant vom Typ „modernes Gasthaus“. Massive blanke Holztische und schöner Parkettboden, urbane Lampen, handgefertigtes Geschirr und dezente Deko… In dem gepflegten alten Stadthaus mitten in Wachenheim erwarten Sie neben ausgezeichneter Küche auch eine wertige, geschmackvoll-trendige Einrichtung und eine angenehm relaxte Atmosphäre. Ebenso leger – und dabei sehr gut geschult und charmant - ist das Serviceteam, das ideal von den Köchen unterstützt wird.

Gut zu wissen…

Ist Ihnen „Otoshi“ ein Begriff? Das ist eine in japanischen Izakaya-Bars typische Platzgebühr, für die man Ihnen 5 € berechnet. Sie beinhaltet Wasser und einen Snack. Außerdem reicht man Ihnen bei der Begrüßung ein „Oshibori“, ein heißes feuchtes Erfrischungstuch.
Noch ein wichtiger Hinweis: Wer das Menü essen möchte, muss reservieren! Als „Walk-in“ sind Sie zwar auch willkommen, können dann aber nur am „Stammtisch“, einem großen langen Hochtisch im hinteren Bereich des Restaurants Platz nehmen und aus dem kleinen Barfood-Angebot wählen.

Übrigens: Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, „The Izakaya“ ist kein rein japanisches Restaurant. Man wollte einfach einen unkomplizierten Treffpunkt zum Essen und Trinken schaffen, und da war für Benjamin Peifer, der ohnehin ein Faible für Fernöstliches hat, das Konzept des japanischen Izakayas ein ideales Vorbild.


Illustrationen © Enrico Markx / THE IZAKAYA

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